Hier ein konkretes Beispiel aus der Financial Services Branche. Bei einem geplanten exogenen Wachstum denkt die Geschäftsführung sehr schnell über einen Unternehmenskauf (M&A) nach. Unter gewissen Voraussetzungen kann jedoch auch als Alternative der TEAMhunting-Ansatz dienen, um die Wachstumsziele zu verfolgen.

Vor ein paar Jahren sprach uns ein Unternehmen aus der Financial Services Branche an. Man hatte dort durch ein Softwareentwicklungsunternehmen ein individuelles System entwickeln lassen. Da laut unserem Mandanten nun Funktionen zur Verfügung standen, die einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil darstellten, wollte die Geschäftsleitung dieses Knowhow nun im Unternehmen integrieren. Vornehmlich auch, um das Knowhow vor dem Wettbewerb zu schützen.

Erste Idee: M&A

Die erste Idee der Geschäftsführung bestand darin, das Softwareentwicklungsunternehmen zu übernehmen. Dies birgt aber zahlreiche Schwächen und Risiken, wie

  • überhöhte Kaufpreisforderungen der Eigentümer
  • es werden lediglich die Interessen der Eigentümer, nicht der Belegschaft verfolgt
  • langwierige Verhandlungen
  • nichtpassende Produkte oder Dienstleistungen müssen mit übernommen werden
  • geringe Beachtung der sozialen und kulturellen Aspekte oder mangelnde Integrationsfähigkeit, und dadurch Abwanderung des Knowhows nach der Übernahme. (vgl. M&A Review 7/2012).

Die Alternative: TEAMhunting

Dann hörte die Geschäftsleitung vom TEAMhunting-Ansatz und kontaktierte uns.

Da der IT-Dienstleister seit Jahren das System unseres Mandanten fast ausschließlich entwickelte, kannte man die entsprechenden Mitarbeiter und Teamheads. Des Weiteren besprachen wir mit welcher Story man die Teamheads gewinnen könnte. Denn Wechselmotivationen sind neben rein geldlichen Dingen, auch größere Verantwortungsbereiche, breitere Aufgabenfelder oder auch ein interessanterer Job Titel. Wir waren also vorbereitet.

Bei der Ansprache stellten wir aber fest, dass sich unser Mandant seit Jahren gegenüber dem Softwarehaus und dessen Mitarbeiter nicht „fair“ verhielt. Es wurde beispielsweise ständig erheblicher Termindruck ausgeübt. Bei Steuerkreissitzungen eskalierte die Situation regelmäßig.

Aufgrund dieser Historie gelang es uns nicht, den Teamhead oder auch andere Teile des Entwicklungsteams für unseren Mandanten zu gewinnen. Die Gräben waren zu tief!

Zunächst natürlich enttäuschend für unseren Mandanten, im Nachhinein aber gut. Denn, was wäre passiert, wenn das Unternehmen übernommen worden wäre: viel Geld bezahlt, und die Mitarbeiter wären gegangen.

Für Details, wann TEAMhunting und wann M&A Sinn macht, verweisen wir gerne auf den obigen Artikel im M&A Review, den wir gemeinsam mit EY geschrieben haben.

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